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Wohnen Nord in Biebesheim

15.10.2026 - Auszeichnungen


 

In der Gemeinde Biebesheim am Rhein, die seit Anfang 2024 Teil des Bündnisses „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“ ist und das Ziel verfolgt, bis 2045 klimaneutral zu werden, soll auf einer rund 65.000 m² großen Fläche ein neues Wohnquartier entstehen. Hierfür hat die Gemeinde einen städtebaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Gesucht wurde ein zukunftsweisendes Konzept mit Pilotcharakter, das insbesondere hinsichtlich Nachhaltigkeit und Klimaneutralität Maßstäbe setzt, den Bedürfnissen unterschiedlicher Generationen gerecht wird und einen Beitrag zur nachhaltigen Gemeindeentwicklung leistet. Der Entwurf von schneider+schumacher mit Carla Lo Landschaftsarchitektur erzielte den ersten Preis und wurde Anfang Oktober offiziell vorgestellt.

 

Das Konzept sieht vor, das Quartier „Wohnen Nord“ als Urbanes Dorf zu entwickeln – eine kompakte, sozial vielfältige und landschaftsbezogene Siedlungsstruktur mit einem gemeinschaftlichen Mittelpunkt. Dieser wird durch einen zentralen Anger gebildet, der als gemeinschaftlicher Freiraum die hofartigen Wohncluster miteinander verbindet und zugleich die drei Plätze entlang der Haupterschließung verknüpft. Städtebaulich vermittelt das Quartier zwischen dem gewachsenen Siedlungsgefüge Biebesheims und der offenen Landschaft am Kleinen Ramsloch. Entlang des Neuen Wegs entsteht eine klar gefasste und höhenmäßig abgestufte Quartierskante, während sich die Siedlungsstruktur nach Süden und zum Ramsloch hin zur Landschaft öffnet.

 

Die vorgesehenen Wohncluster vereinen unterschiedliche Wohnformen – von Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern über kompakte Mehrfamilienhäuser bis hin zu senioren- und gemeinschaftsorientierten Wohnangeboten – und schaffen so ein vielfältiges und langfristig anpassungsfähiges Wohnungsangebot. Das Quartier ist autoarm konzipiert: Der ruhende Verkehr wird in Parkscheunen und Parkboxen gebündelt, wodurch Wohnstraßen und Höfe weitgehend frei bleiben und als sichere Bewegungs- und Aufenthaltsräume genutzt werden können. Begrünte Freiräume und Wegverbindungen, verschattete Plätze, Photovoltaikanlagen sowie ein integriertes Regenwassermanagementsystem tragen zur Klimaanpassung bei. So entsteht ein sozial vielfältiges, klimafreundliches Quartier, das Wohnen, Gemeinschaft und Landschaft miteinander verbindet.

 

Präsentieren den Entwurf: Friederike Plohr, Romeo Philipps-Dubokovic, Gordan Dubokovic und Sabine Plagemann (von links nach rechts; Teil des schneider+schumacher-Teams)

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